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PRESS15 Asylbewerber sind in Hitzhofen eingetroffen und der Helferkreis hat seine Arbeit aufgenommen

- pl. - Was für ein positives Signal! Nahezu der komplette Gemeinderat von Hitzhofen mit Bürgermeister Roland Sammüller und Stellvertreter Alfred Schimmer an der Spitze, Ortspfarrer Alois Spieß, die Vorsitzenden etlicher Vereine sowie Freiwillige aus dem inzwischen über 60köpfigen Helferkreis bereiteten den 15 Flüchtlingen aus Syrien und Palästina  einen herzlichen Willlkommens-Abend. Die meisten der jungen Männer im  Alter von 17 bis 31, fast alle aus der Millionen-Metropole Damaskus, einer der ältesten Stätten der Menschheit, waren gerührt - auch über die vielen Einladungen zur aktiven Teilnahme am Vereinsleben der Gemeinde.

Dabei war der Ankunft der jungen Männer vor wenigen Tagen ein größerer Polizeieinsatz in Eichstätt, ihrem bisherigen Aufenthaltsort,  vorausgegangen - auch aufgrund von Missverständnissen. Dafür entschuldigten sich jetzt die Flüchtlinge im vollbesetzten Pfarrheim öffentlich. Einer ihrer Sprecher ließ über Marjam Jobst, eine in Hitzhofen lebende gebürtige Bagdaderin, ausrichten: "Wir schämen uns ..." Bürgermeister Sammüller und Pfarrer Spieß reichten daraufhin symbolhaft jedem einzelnen der 15 Männer die Hand - als  Zeichen gegenseitigen Vertrauens.

Die Stimmung war ebenso gut wie die Bereitschaft zur Hilfe groß ist. So hatte sich Gemeinderat und Sportvereins-Vorsitzender Matthias Rentzsch schon vor Wochen von seinen Gruppenleitern Grünes Licht geben lassen für die Integration der Flüchtlinge. Rentzsch jetzt scherzhaft: "Gute Fußballer brauchen wir immer."

Aber auch die Leiterin des Gesangvereins, Maria Hackenberg, oder Michael Dworak, Vorstand der Feuerwehr Hitzhofen, luden die  Flüchtlinge zum Mitmachen ein. Und Pfarrer Spieß signalisierte ihnen, stets ein offenes Ohr für ihre Probleme zu haben - auch wenn sie keine Christen seien. Die jungen Syrer und Palästinenser boten über "Dolmetscherin" Marjam Jobst ihre Bereitschaft an, Teil der Dorfgemeinschaft werden zu wollen. Sie möchten angenommen werden, so der 18-Jährige Mohammed, auch wenn ganz Hitzhofen nur so viele Einwohner hat wie bei ihm zuhause in Damaskus Menschen in seiner Straße lebten.

Wenn wir alle, Politik, Kirche und Bürger, versicherte Roland Sammüller, an einem Strang ziehen, wird uns die Aufnahme dieser vor Krieg und Terror geflohenen Menschen gelingen. Sein Dank ging an Pfarrer Spieß, der kirchliche Räume für die Flüchtlingsarbeit zur Verfügung stellt, und an die Freiwilligen aus Hitzhofen, Hofstetten und Oberzell, die sich im Helferkreis engagieren. Sein großer Wunsch sei, dass noch mehr Bürger dessen Arbeit unterstützen mögen. Denn zu Beginn  2016 sei mit den nächsten Flüchtlingen zu rechnen. So seien vom Landratsamt Eichstätt 30 Personen für den Ortsteil Hofstetten angekündigt.

Helferkreis: Von "Medizin" bis zur "Mobilität"

Der erst vor zwei Wochen gegründete Helferkreis arbeitet bereits auf vollen Touren - und zwar in fünf Gruppen. Deren Sprecher stellten nun beim Willkommens-Abend erste Erfolge vor. So hatte die Gruppe "Mobilität" (Lissi Bittlmayer) in kürzester Zeit 12 Räder gesammelt und Verkehrsregeln vermittelt. Mirjam Nemelka ("Versorgung") gelang es in wenigen Stunden genügend Geld für den Kauf eines Tisch-Kickers zusammenzu bringen. Geplant ist für das Wochenende der erste Schwimm-Unterricht. Maria Rixner und Matthias Rentzsch ("Integration") wollen u.a. Patenschaften vermitteln. Seine ersten "Einsätze" hatte auch schon die Gruppe "Medizin" (Ruth Castano-Perez), die Flüchtlinge zum Arzt begleitete. Viel Arbeit kommt auf Heide Schäfer ("Deutschunterricht") und die weiteren Freiwilligen zu,  die mit den von der Eichstätter Uni-Gruppe "Tun.Starthilfe für Flüchtlinge" erarbeiteten Unterlagen jeden Tag deutsche Sprache und Grammatik pauken werden.

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